Hommage an Bücher


Bücher sind dickere Briefe an Freunde, sagte Jean Paul, der Dichter. Und Peter Sloterdijk, der sich Philosoph nennt, meint, es ist freundschaftstiftende Telekommunikation im Medium der Schrift. Gerade die Philosophie verstand es, aus Büchern quasi einen Kettenbrief durch die Generationen zu machen, ergänzt er.

Die Revolution unserer Zeit wird durch die Mathematisierung des Menschlichen und alsbald des Menschen (Cyborgs, Posthumanismus, Chimären) getrieben. Das Format lautet Binärcode, das Vehikel ist das Netzwerk, der Treibstoff besteht aus AI. Als Boten haben die Revolutionswächter die Kommunikation digitalisiert, vernetzt und automatisiert (voice-activated speaker, chatbots, machine learning).

Videos, Images und Podcasts sind ebenfalls Favoriten dieser Kommunikation, die zwischenmenschlich dem Flying Buffet ähneln, im Stehen, inbetween tasks und multitasking-geeignet. Seo-optimiert, natürlich auch. Like, retweet, share – just buttons!

Und doch, alle wichtigen, bedeutenden sozialen Veränderungen beginnen in der langen Geschichte der kultivierten, der Schrift und Sprache mächtigen Zivilisationen auch heute noch mit dem Buch, der Rede, dem Text. Raum, Gedanken zu entfalten, zu sortieren, speicherbar auch ohne Akku und WLAN, etwas in der Hand zu halten, das hat einen Wert. Das Unwichtige, Unbedeutende, Flüchtige, Belanglose, Uninteressante, kursiert in Glasfasernetzen, in Funkwellen.
Wie alt ist dein ältestes Buch, das du besitzt? Und warum hast du es noch? Genau.

Michael Wolffs „Fire and Fury“, der Anfang vom Ende von „45“ (so nennen schwarze Amerikaner den amtierenden Präsidenten). Ein Buch.

08. Januar 2018 von Thomas
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