Hommage an Bücher


Bücher sind dickere Briefe an Freunde, sagte Jean Paul, der Dichter. Und Peter Sloterdijk, der sich Philosoph nennt, meint, es ist freundschaftstiftende Telekommunikation im Medium der Schrift. Gerade die Philosophie verstand es, aus Büchern quasi einen Kettenbrief durch die Generationen zu machen, ergänzt er.

Die Revolution unserer Zeit wird durch die Mathematisierung des Menschlichen und alsbald des Menschen (Cyborgs, Posthumanismus, Chimären) getrieben. Das Format lautet Binärcode, das Vehikel ist das Netzwerk, der Treibstoff besteht aus AI. Als Boten haben die Revolutionswächter die Kommunikation digitalisiert, vernetzt und automatisiert (voice-activated speaker, chatbots, machine learning).

Videos, Images und Podcasts sind ebenfalls Favoriten dieser Kommunikation, die zwischenmenschlich dem Flying Buffet ähneln, im Stehen, inbetween tasks und multitasking-geeignet. Seo-optimiert, natürlich auch. Like, retweet, share – just buttons!

Und doch, alle wichtigen, bedeutenden sozialen Veränderungen beginnen in der langen Geschichte der kultivierten, der Schrift und Sprache mächtigen Zivilisationen auch heute noch mit dem Buch, der Rede, dem Text. Raum, Gedanken zu entfalten, zu sortieren, speicherbar auch ohne Akku und WLAN, etwas in der Hand zu halten, das hat einen Wert. Das Unwichtige, Unbedeutende, Flüchtige, Belanglose, Uninteressante, kursiert in Glasfasernetzen, in Funkwellen.
Wie alt ist dein ältestes Buch, das du besitzt? Und warum hast du es noch? Genau.

Michael Wolffs „Fire and Fury“, der Anfang vom Ende von „45“ (so nennen schwarze Amerikaner den amtierenden Präsidenten). Ein Buch.

08. Januar 2018 von Thomas
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Über den (Un-)Sinn von Studien in der Marktforschung

Hier: ROI von Fussball-Sponsorings

Folgende Blogpost veröffentlichte heute die Agentur Serviceplan für ihre MaFo-Tochter Facit Research:

Die Bundesliga-Saison 2016/17 ist beendet und mit Borussia Dortmund steht nun auch der Pokalsieger fest – der deutsche Fußball geht in die Sommerpause.

Aber wer war in der Saison der beste Sponsor im Hinblick auf den Return on Investment?

Dafür hat das Münchner Marktforschungsinstitut Facit Research aktuell einen sogenannten Zielgruppen-Fit-Index berechnet, der die Anzahl der Fans des gesponserten Vereins in Relation zur Anzahl der Fans setzt, die eine Kaufaffinität zur Marke haben. Diesem Zielgruppen-Fit-Index wurden dann die Ausgaben für das jeweilige Sponsoring (Quelle: spox.de) gegenübergestellt.

Das Ergebnis zeigt, dass EVONIK am wenigsten Geld zahlt, um einen für die Marke relevantem Fan zu erreichen. Mit 6,40 Euro liegt der Sponsor von Borussia Dortmund knapp vor der Postbank mit ihrem Sponsoring-Engagement von Borussia Mönchengladbach mit 7,30 Euro. Am schlechtesten schneidet Gazprom ab. Der russische Konzern zahlt umgerechnet 300 Euro pro relevantem Fan.

Eine interessante Studie – in jeder Hinsicht, denn der Sieger heisst „Evonik“. Wenn ich das entscheidende Kriterium einmal mit anderen Worten wiedergebe, dann lautet es: In Relation zu den Sponsoringausgaben erreicht Evonik am günstigsten diejenigen Fans, die die Marke Evonik kaufen würden, korrekt? Laut spox.de beträgt das Trikotsponsoring 18 Mio. Euro. Wenn ich diese Zahl durch 6,40 Euro teile, dann komme ich auf 2,81 Mio. kaufaffine Fans.

Frage: Was wollen die Fans des BVB bei Evonik kaufen?

Z. B. Spezialadditive für den Einsatz von Hilfsmitteln für Tankmischungen für Pestizidformulierungen oder ACRYLITE® Acrylpolymere für alle Spritzgieß- und Extrusions-anwendungen? Oder alle die Borussen-Aktie?
Evonik ist Anbieter von Spezialchemie für die industrielle Weiterverarbeitung. Da frage ich mich welchen (Un-)Sinn eine solche eine Studie ermittelt.

31. Mai 2017 von Thomas
Kategorien: Allgemein, Marketing, Werbung | Kommentare deaktiviert für Über den (Un-)Sinn von Studien in der Marktforschung

Marketing funktioniert wie ein Pizza-Automat?

Pizza Vending Machine

Let’s Pizza

Du willst dein Marketing automatisieren, Big Data anwenden, Künstliche Intelligenz einsetzen und erwägst die Einführung von Tools wie Adobe oder SAP? Oder du willst dich mit Anbietern wie Blackwood Seven zusammen tun? Weisst du eigentlich was das bedeutet? Solltest du, falls du meinst, du wirfst oben einen Coin (dein Budget) ein und unten kommt eine Pizza (dein Profit) raus.

Automatisierung, was ist das und worum geht es?

Ein Automat ist eine Maschine, so beschreibt es die Wikipedia, die vorbestimmte Abläufe selbsttätig, also automatisch ausführt. Zum Beispiel Pizza backen. Der Begriff Automatik steht für eine Vorrichtung, die einen Vorgang steuert und regelt. Marketing-Automatisierung ist dementsprechend Weiterlesen →

10. August 2016 von Thomas
Kategorien: Allgemein | Kommentare deaktiviert für Marketing funktioniert wie ein Pizza-Automat?

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